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euroTECH PR-Abteilung

Hans-Peter Kammerer,
Mariana Biro

Ein Arbeitsplatz wird weitergedacht

Wie ein Sägewerk im Schwarzwald einen bestehenden Arbeitsplatz entlastete – ohne ihn neu zu bauen

Ein Holzbaubetrieb mit langer Tradition stand vor einer einfachen, aber drängenden Frage: Wie lässt sich ein körperlich belastender Arbeitsplatz spürbar entlasten, wenn weder Platz für eine Vollautomatisierung noch Bereitschaft für einen großen Umbau vorhanden ist? Die Antwort war eine individuell geplante Teilautomatisierung.

 

Seit Jahrzehnten verarbeitet ein Säge- und Hobelwerk im Schwarzwald Holz zu individuellen Verpackungen sowie gesägten und gehobelten Hölzern. Die Nachfrage ist hoch, der Arbeitsmarkt angespannt. Die Geschäftsführung stand vor einer Frage, die viele Betriebe in der Branche kennen: Wie lässt sich effizienter und gleichzeitig ergonomischer arbeiten, wenn qualifiziertes Personal knapp und der verfügbare Platz begrenzt ist?

Die Ausgangssituation

An der Kappsäge legte ein erfahrener Mitarbeiter Bretter und Kanthölzer in unterschiedlichen Dicken, Breiten und Längen von bis zu fünf Metern einzeln von Hand auf. Die Kanthölzer bringen dabei bis zu 40 Kilogramm auf die Waage. Über die Jahre wurde diese Aufgabe zunehmend zur körperlichen Belastung – für einen Mitarbeiter, der diesen Arbeitsplatz seit vielen Jahren kennt und in den letzten Jahren vor seinem Ruhestand steht.

Genau das machte die Situation für den Betrieb zu mehr als einer reinen Effizienzfrage: Auf dem angespannten Arbeitsmarkt für Fachkräfte in der Holzverarbeitung ist es kaum möglich, kurzfristig erfahrenen Ersatz zu finden. Wäre die körperliche Belastung an diesem Arbeitsplatz weiter gestiegen, hätte das den Mitarbeiter über kurz oder lang zum Aufhören zwingen können – mit einer Lücke, die sich nicht einfach schließen lässt. Die Frage war also nicht nur, wie sich der Arbeitsplatz entlasten lässt, sondern auch, wie sich das vorhandene Wissen und die Erfahrung noch möglichst lange im Betrieb halten lassen.

Die Herausforderung

Eine naheliegende Idee wäre eine umfangreiche Vollautomatisierung gewesen. Doch der Platz rund um die bestehende Kappsäge war begrenzt – für zusätzliche Fördertechnik und die bei Vollautomatisierung vorgeschriebenen Schutzzäune blieb schlicht kein Raum. Gesucht war stattdessen eine Lösung, die sich in den vorhandenen Arbeitsplatz einfügt, ohne ihn komplett umzubauen.

Gemeinsam mit euroTECH Handling entstand eine individuell an den Arbeitsplatz angepasste Teilautomatisierung: ein Vakuumportal mit eT-Gripper Flächengreifern, das über eine Leichtlaufkranbahn direkt an die bestehende Kappsäge herangefahren werden kann. Die Flächengreifer wurden so ausgelegt, dass sie Hölzer ab 70 mm Breite bis zu 5.000 mm Länge sicher als Lage aufnehmen können. Wichtig dabei: Es handelt sich um eine Teilautomatisierung, keinen vollautomatischen Prozess. Der Mitarbeiter steuert weiterhin über einen ergonomisch geformten Bediengriff, wann angesaugt, belüftet, gehoben und verfahren wird. Er gibt den Arbeitsablauf vor – die Technik übernimmt das Heben der schweren Lasten.

Der Effekt im Arbeitsalltag

Statt jedes Kantholz einzeln von Hand zu heben, hebt das Vakuumportal nun eine komplette Lage auf einmal. Der Mitarbeiter fährt sie heran und sägt sie mit deutlich weniger körperlichem Kraftaufwand. Die eigentliche Aufgabe – das Beschicken der Kappsäge – ist dieselbe geblieben. Verändert hat sich, wie stark sie den Mitarbeiter körperlich belastet. Weil der Bediener die Kontrolle über den gesamten Vorgang behält, entfallen an diesem Arbeitsplatz zudem die Schutzzäune, die eine Vollautomatisierung erfordert hätte – ein Aspekt, der bei begrenzten Platzverhältnissen zusätzlich ins Gewicht fällt.

Das Ergebnis

Aus einem körperlich stark belastenden Arbeitsplatz ist ein Arbeitsplatz geworden, an dem Erfahrung und Technik zusammenarbeiten. Der Mitarbeiter, der die Kappsäge seit Jahren kennt, ist weiterhin derjenige, der den Ablauf steuert. Was sich geändert hat: Er muss die schweren Kanthölzer nicht mehr von Hand heben. Für ihn persönlich bedeutet das vor allem eines: Er kann seinen Arbeitsplatz bis zum Ruhestand in gewohnter Form weiterführen, statt die körperliche Belastung vorzeitig zum Ausstieg werden zu lassen. Für den Betrieb heißt es, dass wertvolles Erfahrungswissen an Bord bleibt – zu einer Zeit, in der sich neue Fachkräfte in der Holzverarbeitung nur schwer finden lassen. Erreicht wurde das ohne große bauliche Veränderung und ohne zusätzlichen Druck auf die ohnehin angespannte Personalsituation. Ein Beispiel dafür, dass nicht jede Lösung eine Vollautomatisierung sein muss, um einen echten Unterschied im Arbeitsalltag zu machen.

Fazit

Nicht jeder Betrieb braucht eine umfangreiche Automatisierungslösung. Gerade bei bestehenden Maschinen und begrenzten Platzverhältnissen kann eine individuell geplante Teilautomatisierung die passendere Antwort sein – für den Betrieb ebenso wie für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die diesen Arbeitsplatz jeden Tag nutzen.

euroTECH Handling – die clevere Art, Lasten zu heben!

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